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Foto: Zsolnay-Museum, Schloss Potzneusiedl

Vilmos Zsolnay
1828 -1900

Ein ungarisches Genie - Keramikkünstler und Großindustrieller

     
Die Zsolnay Manufaktur in Fünfkirchen (Pecs) im Süden Ungarns war ein Zentrum kreativer Künstler und großartiger Handwerker.

Vilmos Zsolnay übernahm 1865 eine kleine Keramikwerrkslätte aus dem Familienbesitz. Die ersten Produkte waren Gebrauchsgegenstände, jedoch schon modern verziert. Die damalige Milarbeiterzahl (19) wuchs im Lauf der Jahrzehnte auf 1000. Eine seiner wichtigsten Erfindungen war PYROGRANIT (frostsichere Keramik mit wetterfester Glasur). Dies diente der Aussen-verzierung der damals entstehender prunkvollen, historistischen Gebäude (Matthiaskirche. Budaer Burg, Kunstgewerbemuseum, auch zahlreicher Wiener Palais).

Seine sicherlich künstlerisch bedeutendste Entwicklung war die EOSIN - GLASUR. Der Name Eosin wurde vom griechischen Wort „eos" (Morgenröte)abgeleitet. Ts entstanden insgesamt 58 (!) dieser unvergleichbaren Lüsterglasuren. Geniale Künstler schufen mit dieser Technik unvegleichbare Kunstwerke. Die Kreativität Zsolnays wird auch durch folgende Geschichte beleuchtet: Einer Arbeiterin der Nachtschicht fiel irrtümlich die Petroleumlampe in die Glasurmasse. Die entstandenen Gegenstände bekamen eine einmalige unebene Beschaffenheit. Er entwickelte daraus eine wirtschaftlich sehr erfolgreiche Serie und ließ dieses Verfahren unter „Elefantenglasur" patentieren. Ein Höhepunkt der Zsolnay Manufaktur war 1878. Bei der Pariser Weltausstellung gewinnt er eine Goldmedaille und den Grand Priix Er wird sogar in die Ehrenlegion aufgenommen. Gleichzeitig erhält er den Kaiser-Franz-Josef-Orden. Die Manufaktur wurde zum beachtlichen Wirtschaftsfaktor Ungarns. Zahlreiche prominente Künstler aus der Monarchie, Italiens und Frankreichs fanden eine fruchtbare Beschäftigung. Noch heute sind Zsolnay Kunstobjekte in Frankreich bekannter, begehrter und entsprechend teurer als z.B. in Österreich. Auch in Amerika sind bedeutende Sammlungen entstanden.

Im Jahr 1975 gründete ich im Schloß Potzneusiedl ein kleines Zsolnay Museum mit etwa 500 Esponaten. Ein Großleil davon ist jedoch (auch durch den inzwischen stark gestiegenen Wert) in die Schloßrenovierung eingegalngen. In dieser Zeit entstand eine gute Beziehung zu Fünfkirchen, sowohl zum dortigen Museum als auch zur wieder arbeitenden Manufaktur.

In diesem Zusammenhang empfehle ich einen Ausflug nach Pecs. Die südwest ungarische Stadt mit der mediteranen Atmosphäre war bis Ende des 3. Jhdts. eine Verwaltungszentrale der römischen Provinz Pannonia. Dieses Erbe ist bis heute lebendig. Nicht nur im Weinbau. Diese außergewöhnliche Hinterlassenschaft war auch der Grunnd für den Sonderstatus von Pecs als UNESCO -Weltkulturerbe. Bei einem Besuch lohnt sich der Besuch des Zsolnay Museums.

Genau gegenüber ist übrigens das Viktor Vasarely {Begründer der Op-Art) Museum. Dieser große Sühn der Stadt gilt als französischer Künstler, der schon nach dem Studium nach Paris zog.

Die kulturelle Vielfalt von Fünfkirchen führte zur Ernennung zur Europäischen Kulturhauptsltadti 2011 (!).
Wie gesagt: ein lohnender Ausflug.

Ihr Gerhard Egermann

Fünftirchen: ca. 340 km voni Wien
Taglich Zugsverbindungen über Budapest 4 x wöchentlich AUA-Direktflug

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